Wie man Kinder vor Mobbing schützt!

10 Tipps gegen Mobbing!









Viele Eltern kennen das Gefühl der Hilflosigkeit, wenn ihr Kind immer wieder Opfer von Hänseleien, bis hin zum Mobbing wird. 

Wir stehen da, wollen unser Kind schützen, doch wissen wir nicht wie. In dem guten Glauben, es richtig zu machen, begehen wir dann vielleicht nur allzu schnell Fehler, die sich später als Nachteil für unser Kind herausstellen. 

Statt das Kind zu stärken, haben wir es noch angreifbarer gemacht, in dem wir uns zwischen Täter und Opfer warfen. Ein wahrer Teufelskreis kann entstehen, indem die Attacken gegen das Kind schlimmer werden und es sich den Eltern gegenüber verschließt. Diese Verschlossenheit kann verschiedene Ursachen haben.

1. Eltern bleiben im Hintergrund

Wir wollen uns stets wie Löwen vor unsere Kinder werfen und bemerken dann nicht, dass gerade das sie angreifbar machen kann. Kinder, die nicht lernen, sich ihren Verbalangreifern weitestgehend  allein zu stellen, werden so erst recht gemobbt, bekommen die Täter die Chance dazu, das Kind allein zu erwischen. Unsere Aufgaben als Eltern liegen also im Hintergrund, direkt beim Kind, fernab der Tätergruppe.

2. Einzelne Kinder sind angreifbarer

Selten suchen sich Täter ihre Opfer aus Gruppen aus. Das heißt im Klartext, je integrierte Kinder in einem festen Freundeskreis sind, je größer ist die Immunität gegenüber Mobbern. Eltern wollen nur das Beste für ihr Kind und so kommt es nicht selten vor, dass wir den Freundeskreis unserer Kinder zu selektieren versuchen und deutlich zwischen bevorzugten und nicht erwünschten Freunden trennen. So gut wir es auch meinen, müssen wir uns vor Augen halten, dass nicht unser Geschmack bei der Freundeswahl zählt. Nur, wenn wirklich Schaden für das eigene Kind zu erwarten ist, sollten wir eingreifen. Dann aber zuerst einmal ein Bild verschaffen, ob nicht vielleicht Vorurteile unsere Ablehnung formt. Die Freunde der Kinder einzuladen, gemeinsam etwas zu unternehmen oder auch das Kind regelmäßig Freunde besuchen zu lassen, ist dabei ein wichtiger Schritt.

3. Eine starke Familie

Der familiäre Rückhalt ist für Kinder, die regelmäßig Opfer von Hänseleien sind, besonders wichtig. Dabei geht es nicht darum, gemeinsam auf die Täter zu schimpfen, sondern dem Kind immer wieder den Rücken zu stärken, in dem es sich bewusst ist, Teil einer starken Familie zu sein Im Schoß der Familie Sicherheit und Geborgenheit zu bekommen gibt Kindern das Gefühl der Stärke, dass es für das Leben draußen braucht. In früheren Zeiten benutzte man den Begriff Sippe noch häufig. So abwertend diese Wort heute auch genutzt wird, bedeutet es eigentlich nur, eine Gemeinschaft aus Familienmitgliedern, die undurchdringbar zueinander hält und für jeden Einzelnen wie eine Burg ist. Dies können wir, unabhängig von der Größe der Familie, auch heute noch für unsere Kinder sein.

4. Selbstvertrauen stärken

Unsere Kinder stärken wir am besten, indem wir ihnen Möglichkeiten geben sich Herausforderungen zu stellen. Nicht immer muss alles gleich gelingen. Misserfolge animieren, etwas so lange weiter zu versuchen, bis es funktioniert. Kritik ist dabei ebenso wichtig, wie Lob. “Sicher, Du hast recht, die Kartoffeln hast Du etwas großzügig gesalzen. Das lässt sich ja auch schwer dosieren! Beim nächsten Mal nimmst Du halt etwas weniger. Dafür aber hast Du den perfekten Garpunkt getroffen, was auch nicht gerade leicht ist. Wenn Du so weiter machst, kochst Du bald bessere Kartoffeln, als Mama/Oma.”Auch Sportvereine oder Selbstverteidigungskurse können das Selbstvertrauen von Kindern stärken. Je sicherer ein Kind sich ist, Stärken zu haben, je weniger wird es sich in die Opferrolle drängen lassen.

5. Täter differenzieren

Kommt ein Kind weinend nach Hause, weil es von einer Gruppe Mitschüler gehänselt wurde, sind in seinen Augen alle Gruppenmitglieder Täter. Die Aufgabe für uns Eltern ist nun, geduldig möglichst viele Details zu erfahren. Oft stellt sich heraus, dass gar nicht alle 10 Kinder gleichermaßen gehänselt haben, sondern meist nur 2-3 Rädelsführer. Die anderen Kinder mögen dabei gewesen sein, aber vielleicht nur lauthals mit gelacht haben. Sicher ist das ebenso demütigend für das Kind, aber wir sollten ihm dann auch vor Augen halten, dass die Lacher eben vielleicht auch nur Mitläufer, jedoch nicht unbedingt Täter sind. Erkennt das Kind dies, fühlt es sich oft gar nicht mehr so hilflos, denn sich zwei Sprücheklopfern gegenüber zu sehen, die nichts weiter versuchen, als den Rest ihrer Gruppe zu beeindrucken wirkt weniger unüberwindbar als von einem ganzen Pulk verfolgt zu werden. 

6. Sich von Beleidigungen distanzieren

Eines sollten wir unseren Kindern immer wieder verdeutlichen: Das, was die Täter ihnen an den Kopf werfen soll nicht primär wahr sein, sondern einfach schlicht verletzen, egal wie. Je mehr sich unser Kind die einzelnen Beleidigungen zu Herzen nimmt, je intensiver werden die Täter eben genau in diese Kerbe hauen. Sie wollen Schwächen finden, die sie ausnutzen können. Prallen all die Beschimpfungen an unserem Kind ab, werden die Beleidigungsversuche sicher bald abnehmen, denn die erhoffte Reaktion bleibt aus und schließlich wird es den Tätern langweilig.

7. Wenn meinem Kind die Sicherung rausfliegt

Irgendwann kann der Tag kommen, da wird auch das friedfertigste Kind eventuell eine aggressive Reaktion zeigen und sich eventuell sogar prügelnd auf einen der Täter werfen. Mag dies auch völlig dem Wesen des Kindes widersprechen, ist es einfach eine natürliche Reaktion des Kindes, die anzeigt, dass das Maß nun voll ist. Nun auch mit dem eigenen Kind zu schimpfen, wie es sich auf das gleiche Niveau wie die Täter herablassen konnte, macht überhaupt keinen Sinn, denn ein ansonsten friedliebendes Kind wird unter der eigenen Reaktion sowieso schon leiden. Wir sollten lieber ein Warnsignal darin sehen, wie weit es schon gekommen ist und in welcher seelischen Not unser Kind sich befindet. Gerade jetzt ist Verständnis und Stärkung angesagt, indem wir zwar nicht die aktive Gegenwehr hoch loben, aber zumindest sagen “Das war wahrscheinlich der Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte. Was können wir jetzt gemeinsam tun, damit das nicht noch einmal vorkommt?”

8. Hilfe hinzu nehmen

 Lehrer können wichtige Verbündete sein, denn sie bekommen Situationen vor Ort eher mit und können diese auch gezielter beobachten. So erkennen sie meist auch die Basis, aus der sich Angriffe entwickeln. Gemeinsam kann man sich absprechen, wie man vorgehen möchte. Es gilt einen Weg zu finden, wie Täter und Opfer miteinander leben können. Daher wäre es nicht richtig, grundsätzlich nur den Lehrer aufzusuchen und Bestrafung der Täter zu verlangen. “Wie kriegen wir die Kinder dazu, möglichst friedlich miteinander klar zu kommen?” Sollte die Frage sein und gerade da sind Lehrer und Schulsozialarbeiter meist die besten Verbündeten, denn auch bei ihnen liegt das Ziel darin, ein Miteinander zu unterstützen, ohne zu sehr direkt einzugreifen.

9. Verbaltraining

Wir wollen nicht, dass unser Kind aus seiner Not heraus das gleiche Verhalten zeigt, wie die, die ihm wehtun. Allerdings sollte das Kind auch nicht schutzlos sein. Zuhause können wir eine Art Verbaltraining veranstalten, indem wir gemeinsam nach lustigen Sprüchen suchen, die die Täter entwaffnen, unserem Kind die Lacher auf ihrer Seite sichern und dabei nicht einmal wirklich tief beleidigend sind. Sicher, ganz im Schonkostverfahren wird unser Kind sich nicht wehren können, aber grundsätzlich sollte ihm klar sein, dass in den lockeren Sprüchen der möglichen Antwort, keine Schimpfwörter oder Beleidigungen von Familienangehörigen des Täters sind. Die anderen Kinder sollen über die Schlagfertigkeit unseres Kindes, nicht über die Getroffenheit des Täters lachen, denn sonst kann es schnell zu neuem Zündstoff kommen

10. Keine plötzlichen Wunder erwarten

Es dauert meist länger, bis sich eine Situation so entwickelt hat, dass es eine Täter- und eine Opferfraktion gibt. Mindestens ebenso lange wird es dauern, die verhärteten Fronten einzureißen. Rückschläge sollten daher nicht für Resignation sorgen, sondern Ansporn sein, weiter positiv daran zu arbeiten, für alle Beteiligten ein Miteinander zu ermöglichen.

Eine kleine Auswahl an möglichen Sprüchen, sich zu wehren:

  • Intelligenz ist doch keine Krankheit! Warum wehrst Du Dich so dagegen?
  • Ach so, jetzt wird mir klar, was Darwin damit meinte, dass erst der aufrechte Gang und dann die Sprache kam.
  • Eigentlich ist Dein Sinn für Umweltschutz lobenswert, wenn Du selbst Dein Hirn im Energiesparmodus laufen lässt.
  • Alles hat seine Grenzen. Nur die menschliche Dummheit ist unendlich.
  • Gut gebellt! Und wenn ich Dir ein Leckerli in den Hals werfe, machst Du dann auch Männchen oder holst Stöckchen?
  • Wenn Gott Hirn vom Himmel schmeißt, spring doch nicht immer zur Seite!
  • Wenn ich Du wäre, wäre ich gern ich.
  • Quatschst Du eigentlich so viel, weil Du Deine Stimme so gern hörst?
  • Rede ruhig so lange weiter, bis Dir was Intelligentes einfällt. Ich hab Zeit.
  • Sabbel nicht so billig rum, ich kauf Dich eh nicht!
  • Kühe geben Milch, Hühner legen Eier,... Aber was kannst Du?
  • Mit Deinen Sprüchen kommst Du nie ins Fernsehen. Zu viele Wiederholungen!
  • Im Zoo reicht es, den Tieren Futter hinzuwerfen, wenn sie unruhig werden. Was muss man bei Dir machen?
  • Du bist der Coolste von allen. Ich wette, Du trägst sogar Deine Unterhose verkehrt herum.
  • Wenn man Dich so rumbellen hört, könnte man an einen Hofhund denken. Aber Du machst ja keine Häufchen auf den Hof, oder?

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Beste Grüße

Uwe Trevisan


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