So klappt es mit den guten Vorsätzen

Wie jedes Jahr setze ich mich hin und reflektiere das vergangene Jahr.  Ich schaue, welche Ziele ich erreicht habe, was gut und was weniger gut war. Ich mache das seit 20 Jahren und im Rückblick ist mir das Meiste gelungen, von dem, was ich mir als Ziel gesetzt habe.

 

Deshalb bin ich der Überzeugung, dass Ziele Energien, Kräfte bündeln und freisetzen. Denn nur wer sein Ziel kennt, findet auch den Weg dorthin. Stell dir einfach vor, ein Bogenschütze weiß nicht, wo das Ziel ist und schießt einfach in der Gegend herum, sozusagen auf gut Glück, in der Hoffnung, irgendwann zu treffen. So geht es den meisten Menschen, einen Lottoschein ausfüllen und hoffen reich zu werden, ab und zu etwas bewegen und hoffen, schlank zu werden usw.

 

Du siehst schon, dass das nicht funktionieren wird! Der Mensch braucht Ziele, um anzukommen. Wichtig ist mir dabei, den Weg dorthin auch zu genießen.

 

Weniger rauchen und mehr Sport treiben: gute Vorsätze fürs neue Jahr sind schnell gefasst - und schnell wieder vergessen.

 

Jedes Jahr ist es dasselbe Spiel. An Neujahr fassen viele gute Vorsätze - und vergessen sie schnell wieder. Was steht nicht alles auf unserer Liste: weniger Stress, mehr Bewegung, mit dem Rauchen aufhören, eine gesündere Ernährung und mehr Zeit für die Familie und Freunde. Doch warum versuchen wir eigentlich immer wieder, zum Beginn eines neuen Jahres unser Leben umzukrempeln? Und warum scheitern wird damit in schöner Regelmäßigkeit?

 

"Die Zeit zwischen den Jahren eignet sich, um innezuhalten, eine Bilanz zu ziehen und neue Ziele ins Auge zu fassen", doch der eiserne Wille, mit dem wir starten, verfliegt in der Regel rasch wieder, die Umsetzung der guten Vorsätze wird verschoben.

 

Dass sich nach ein paar Tagen oder Wochen die alten Gewohnheiten wieder eingeschlichen haben, muss nicht sein, denn mit ein paar Tipps von mir lassen sich Fallstricke umgehen und deine Ziele besser erreichen.

 

1. Konkrete Ziele ins Auge fassen

Viele scheitern schlichtweg, weil sie ihre Ziele zu unkonkret formulieren. "Im neuen Jahr ein paar Pfunde abzunehmen“, eine solche Wischiwaschi-Entscheidung aus dem Bauch heraus geht zumeist schief.  Wichtiger ist es, sich genau zu überlegen, wann und wie das geschehen soll. Das ist grundlegend und steigert die Erfolgsquote. Wichtig ist dabei auch Ehrlichkeit sich selbst gegenüber: „Wie sehr stören mich die Pfunde zu viel wirklich? Kann ich vielleicht sogar mit ihnen leben?“ Wer sich darüber noch nicht im Klaren ist, verliert das an Neujahr gefasste Ziel im Zweifel schnell wieder aus den Augen.

 

2. Erfolge vorausträumen

Sich schon zu Beginn genau vorzustellen, was die Veränderungen für Vor- und Nachteile mit sich bringen. Das Leben als Ex-Raucher sollte man sich am besten schon mit allen Sinnen ausmalen. Denn: "Je klarer die Vision, desto mehr Kraft kann ich daraus schöpfen." Ich würde dir empfehlen "Träume  deinen Erfolg schon einmal vor, das erzeugt positive Gefühle." Möglich ist es aber auch, dir drastisch vorzustellen, was passiert, wenn du das eigene Verhalten nicht veränderst.

 

3. Ziel schriftlich festhalten

Ich rate auch dazu, das einmal gefasste Ziel in klare Worte zu fassen und aufzuschreiben. "Damit steigt auch das Gefühl der inneren Verpflichtung.“  Ein kleiner Zettel am Kühlschrank appelliert an dein schlechtes Gewissen und kann dich so daran erinnern, dass du dich heute eigentlich noch bewegen wolltest. Ein Hinweis am Naschschrank hilft ins Gedächtnis zurückrufen, dass du die Schokolade besser meiden solltest. Hilfreich sind auch Tagebücher, in denen du Erfolge und Misserfolge aufschreibst.

 

4. Zu Beginn bescheiden sein

Ein weiterer Fallstrick: "Manche Menschen setzen sich die Ziele zu hoch oder wollen zu viel auf einmal.“ Wer sich vornimmt, fünf Kilo abzunehmen, den Fernseher unter der Woche abgeschaltet zu lassen und aufs Rauchen zu verzichten, kann damit zwar vor Freunden prahlen. Wirklich erfolgreich ist er eher nicht. "Setze dir ein Ziel, das dich nicht überfordert." Wer sich bis jetzt wenig bewegt hat, muss nicht gleich den Marathon im Visier haben. Ein längerer, flotter Spaziergang ist ein guter Anfang.

 

5. Misserfolge einplanen

Misserfolge sollten ebenfalls mit eingeplant werden. "Der Weg ist sicher holprig". Hilfreich ist es da, Rückschläge schon vorauszudenken - und sich für den Notfall zu wappnen. "So kannst du zum Beispiel festlegen, dass du einen Freund anrufst, wenn du wieder zur Zigarette greifst." Steht eine große Geburtstagsfeier an, sei vorauszusehen, dass diese den Abnehmplan durchkreuzt. Ich rate dir, locker mit solchen Rückschlägen umzugehen und nicht gleich frustriert alle Pläne zu begraben: "Regelverletzungen muss man sich erlauben, davon geht die Welt nicht unter."

 

6. Verbündete suchen

Wichtig ist allerdings, an den einmal gefassten Plänen festzuhalten. Hier hilft es, Freunde und Bekannte mit einzubinden und sie über die Ziele zu unterrichten. "So fühlen sich viele gleich stärker verpflichtet". Sinnvoll ist es auch, sich Gleichgesinnte zu suchen. Der Erfolg von Abnehmgruppen wie den „Weight Watchers“ belegt dies doch eindeutig. Nicht zu vergessen: Belohne dich, auch für kleine Erfolge! Das streichelt die Seele, sorgt für Glücksmomente und motiviert, dein Ziel weiter zu verfolgen.

 

Wenn du diese Vorschläge von mir beherzigt, stehen die Chancen nicht schlecht, dass die guten Vorsätze zumindest den Februar erleben. Ich halte Neujahrsvorsätze generell für eine gute Sache: "Die Reflektion über sich selbst ist ein erster Schritt, um Dinge zu verändern." Wenn du es nicht auf Anhieb schaffst, solltest du nicht verzweifeln - denn genau genommen bieten sich im nächsten Jahr 365 Chancen, dein Leben zu verändern. "Silvester ist dafür im Prinzip nicht besser oder schlechter geeignet als irgendein anderer Zeitpunkt!“

 

Ich wünsche dir ein erfolgreiches Jahr 2017 und das du dir die Zeit nimmst, zu überlegen und aufzuschreiben, was deine Ziele und Veränderungen sind für das nächste Jahr.

 

Setze dir jetzt sofort einen Termin, an dem du dich in Ruhe hinsetzt und deine Ziele aufschreibst.  Warte nicht ab, bis das Jahr wieder vorüber ist. „Tue es jetzt!“

 

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Von Herzen

Uwe Trevisan