Probleme beim Schulwechsel! Was können Eltern tun?






Wenn Kinder die Schule wechseln

Viele Kinder haben Probleme beim Schulwechsel, weil sie sich schwertun, sich an das neue Umfeld zu gewöhnen. Eltern sollten daher ein offenes Ohr für die Sorgen und Ängste Ihres Sprösslings haben, um den Schulwechsel so leicht und angenehm wie möglich zu machen.

Vielfältige Gründe für einen Schulwechsel

In allen Bundesländern erfolgt nach der Grundschule der Wechsel auf eine weiterführende Schule. Die vertraute Umgebung der Grundschule und einige Freunde werden verlassen. Viele Schüler sind in dieser Phase zunächst überfordert, müssen sie sich doch an eine ganz neue Situation gewöhnen. Dadurch, dass aber in der Regel einige Freunde dieselbe Schule besuchen und in die gleiche Klasse gehen, wird der Einstieg etwas erleichtert. Schwieriger sieht es aus, wenn der Schulwechsel aus anderen Gründen erfolgt: Die Familie zieht um, eine andere Schulform erweist sich als geeigneter, es gab Probleme in der Klasse (Mobbing, Gewalt etc.). Eltern sollten auf keinen Fall davon ausgehen, dass es Ihrem Kind nichts ausmacht und die Integration in die neue Klassengemeinschaft reibungslos abläuft. Ein offenes Ohr für Ihr Kind ist in diesen Momenten noch wichtiger als sonst.

Was können Eltern tun, um die Probleme beim Schulwechsel zu minimieren?

Wenn es möglich ist, sollte ein Schulwechsel nicht mitten im Schuljahr stattfinden, sondern möglichst zu Beginn eines neuen Schuljahres. Ist ein Umzug in eine neue Stadt notwendig, weil dort ein neuer Job angetreten wird, sollte dies möglichst in den Sommerferien geschehen.

Haben Sie Einfluss auf den Zeitpunkt Ihres Umzuges, sollten Sie ihn so planen, dass Ihr Kind das Schuljahr oder idealerweise die Schulstufe in der gewohnten Umgebung beenden kann. Am ersten Schultag sollten Sie Ihr Kind zur Schule begleiten, es nicht einfach vor der Schultür absetzen, sondern gezielt den Klassenlehrer ansprechen. Außerdem sollten Sie bereits einige Tage vor dem ersten Schultag in der neuen Schule, zum Beispiel bei der Anmeldung, die Gelegenheit nutzen und ein erstes Gespräch mit der Schulleitung oder dem Klassenlehrer führen. 

So haben Sie die Möglichkeit, gezielt auf Probleme Ihres Kindes hinzuweisen und ihm auf diese Weise den Start etwas zu erleichtern. Besonders während der Pubertät fällt es vielen Kindern schwer, sich an eine neue Situation zu gewöhnen, nehmen Sie daher Rücksicht auf die Bedürfnisse Ihres Kindes. Schlagen Sie ihm vor, eine Arbeitsgemeinschaft zu besuchen und dort auch außerhalb des Klassenzimmers neue Kontakte zu knüpfen. 

Mit Freunden an der Seite lässt sich der Wechsel viel besser verarbeiten. Vor allem in den ersten Tagen nach dem Schulwechsel sollten Sie besonders aufmerksam sein, fragen Sie Ihr Kind nach den Mitschülern, den Lehrer, nach Veränderungen gegenüber der alten Schule - zeigen Sie Interesse und gehen Sie gegebenenfalls auf Probleme und Ängste ein. Wenn Sie Ihrem Kind in dieser Zeit eng zur Seite stehen, wird es den Wechsel an eine neue Schule viel besser bewältigen, als wenn es sich alleine gelassen fühlt. 

Als Elternteil sollten Sie auch nach dem Schulwechsel in Kontakt zu den Lehrern Ihres Kindes bleiben. Bitten Sie nach einigen Wochen um ein Gespräch mit dem Klassenlehrer, um seine Einschätzung in Erfahrung zu bringen. Gibt es in der Schule Probleme, von denen Sie noch nichts wissen, oder läuft alles reibungslos ab? In einem Gespräch mit dem Klassenlehrer schaffen Sie Klarheit und können bei Bedarf ganz gezielt auf die Probleme Ihres Kindes eingehen.

Vorteile eines Schulwechsels

Nach einem Schulwechsel muss es nicht zwangsläufig zu Problemen kommen! In vielen Fällen wirkt sich die veränderte Situation von Beginn an positiv aus, sowohl was die Leistungen in der Schule als auch das Selbstwertgefühl des Kindes angeht. Diese Veränderung ist vor allem in den Fällen zu beobachten, in denen die Kinder aktiv an der Entscheidung mitbeteiligt wurden, zum Beispiel weil ihre Noten kontinuierlich schlechter wurden und ein Wechsel vom Gymnasium zur Realschule sinnvoll erschien, aber auch bei einem Wechsel zu einer alternativen Schulform, wie zum Beispiel zu einer Gesamtschule oder auf ein Fachgymnasium. 

Gab es Probleme, die außerhalb des Unterrichtsgeschehens lagen, wie zum Beispiel Mobbing, ist in fast allen Fällen eine positive Entwicklung an der neuen Schule zu erkennen. Bei derartigen Problemen ist es aber häufig nicht mit einem Schulwechsel allein getan. Eltern sollten ganz genau darauf achten, ob ihr Kind die psychische Belastung alleine bewältigen kann oder ob professionelle Hilfe zurate gezogen werden sollte. 

Helfen Sie Ihrem Kind so gut Sie können, die Situation zu meistern. So werden Sie bald sehen, dass Ihr Kind neue Freunde findet und gute Leistungen erbringt. Sollten dennoch Probleme auftreten, stehen Sie ihm zur Seite. So zeigen Sie, dass Sie sich für den Schulalltag interessieren, und geben ihm ein sicheres Gefühl.

Und noch eine kleine  Bitte an dich! Ich wäre dir sehr dankbar, wenn du diesen Beitrag teilen würdest.

Bis bald!

Uwe