Gewaltfreie Kommunikation! Mensch, ärgere dich nicht!

Es ist Samstag Morgen, 6 Uhr. Ich schrecke aus dem Schlaf auf: Baustellenlärm vom Nachbargrundstück. Und schon geht es los: Adrenalin durchtränkt meine Zellen, und auch als es nach ein paar Minuten wieder ruhig wird, ist an Schlaf nicht mehr zu denken. Muss der Idiot denn auch ausgerechnet mit dem Presslufthammer anfangen, nur weil er nicht erträgt, dass andere noch schlafen, während er arbeiten muss? Ich ärgere mich! Jawohl: ICH ärgere MICH, nicht der Arbeiter nebenan. 

 

Betrachten wir die Reaktion, enthält sie einige Unterstellungen. Die entwickeln sich in Sekundenbruchteilen. Ich nenne den Mann einen Idioten, unterstelle ihm böse Absicht und Missgunst und stecke in sogleich in eine Schublade, und zwar in die ganz unterste.

 

Ärger entsteht durch negativ bewertendes Denken. Er ist das wichtigste Gefühl in Konflikten und nicht selten der Auslöser von Gewalt. Vor unserem Denken kommt aber unser Kerngefühl, noch bevor wir uns dessen bewusst werden können. Die Gewaltfreie Kommunikation (GfK) ermöglicht es uns, die Dinge anders zu sehen. Das kann in diesem Beispiel so aussehen:

-       Ich bin frustriert, weil ich Ruhe und Erholung brauche.

-       Ich mache mir mein Gefühl und mein Bedürfnis bewusst und überlege, wie ich eine Lösung finden kann, anstatt den Arbeiter für meine Schlaflosigkeit und auch für meinen Ärger verantwortlich zu machen. 

-       Ich fühle mich in den Arbeiter in seiner Situation ein. Auch er läge jetzt sicher gerne noch im Bett, hat aber seine Arbeitszeiten und seine Aufgaben.

 Wenn wir einfühlsam über uns und den anderen denken, werden wir uns nicht ärgern können!  

Das war Teil 2 zum Thema GFK. Wenn es dir gefallen hat, dann teile es doch bitte mit anderen. Ich würde mich sehr freuen und nächste Woche erscheint die Fortsetzung.

Herzliche Grüße

Uwe Trevisan