10 Erziehungsregeln, um Streit unter Kindern zu schlichten

Verfasst von: Uwe Trevisan

1. Erziehungsregel: Nehmen Sie sich Zeit! Streit unter Kindern sollten Sie nie mit einem „Macht das mal unter euch aus“ abtun. Seien Sie im Notfall sofort zur Stelle und nehmen Sie sich so viel Zeit, wie zur Konfliktlösung nötig ist.

2. Erziehungsregel: Bleiben Sie neutral! Ergreifen Sie nicht Partei für das eine oder andere Kind. Seien Sie unvoreingenommen. Sätze wie „Du bist doch der Ältere, da musst du doch vernünftiger sein“ oder „Dich kenn ich schon – du bist doch jedes Mal dabei, wenn gestritten wird“ sind Gift für die Schlichtung.

3. Erziehungsregel: Seien Sie geduldig und sachlich! Jedes Kind darf seinen Standpunkt so ausführlich darlegen, wie es das für nötig hält. Fallen Sie keinem ins Wort. Bleiben Sie immer ruhig und sachlich.

4. Erziehungsregel: Hören Sie aufmerksam zu! Wo liegen die Differenzen? Was hat den Streitpartner verletzt? Nur durch aufmerksames Zuhören werden die Positionen deutlich. Hören Sie auch auf die Botschaft zwischen den Zeilen: Wieweit wurde jemand bei einem Streit beleidigt, verletzt oder missachtet?

5. Erziehungsregel: Drücken Sie Ihre Anerkennung aus, wenn Sie bei Konflikten um Hilfe gebeten werden! Freuen Sie sich, wenn Ihr Kind den Mut aufbringt und zu Ihnen kommt, um Sie um Vermittlung zu bitten. Falls Sie sich ungebeten einschalten, sollten Sie fragen: „Seid ihr einverstanden, dass ich vermittle?“

6. Erziehungsregel:: Beachten Sie die Streitregeln und erinnern Sie die Kinder daran! Damit das Vermittlungsgespräch gelingen kann, müssen sich alle an die folgenden Streitregeln halten. Erklären Sie den Kindern: „Bevor jeder seine Geschichte erzählen kann, brauchen wir noch Regeln. Sie helfen uns, ruhig miteinander zu reden und eine Lösung zu finden.“

7. Erziehungsregel: Hören Sie sich den Standpunkt jedes Kindes an! Falls es schon Streit gibt um die Frage, wer zuerst erzählen darf, sollten Sie sich davor hüten, über die Köpfe der Kinder hinweg zu entscheiden. Lassen Sie entweder das Kind, das als Erstes zu Ihnen gekommen ist, anfangen, oder losen Sie aus. Auch Würfeln oder Auszählen sind möglich.

8. Erziehungsregel: Regen Sie Lösungsmöglichkeiten an! Fragen Sie die Kinder, welche Lösungsmöglichkeiten ihnen einfallen, etwa „Was soll als Nächstes getan werden?“ oder „Wie soll es sein, damit jeder zufrieden ist?“. Sammeln Sie die Vorschläge unkommentiert für eine spätere Auswahl. Durch geschickte Fragen können Sie neue Impulse geben oder Ideen anregen. Fällt den Kindern gar kein Lösungsvorschlag ein, können Sie selbst ein bis zwei Möglichkeiten anbieten, über die die Kinder entscheiden können.

9. Erziehungsregel: Treffen Sie mit den Kindern eine Übereinkunft! Ist die Entscheidung für einen Lösungsvorschlag gefallen, muss dieser oft noch konkretisiert werden (wer, wann, wo, wie oft, wie lange). Alle beteiligten Kinder müssen mit dieser Lösung einverstanden sein und bereit sein, sich daran zu halten.

10. Erziehungsregel: Überprüfen Sie mit den Kindern, ob die Vereinbarung eingehalten wird und ob sie praktikabel ist! Die beste Lösung taugt nichts, wenn sie nicht eingehalten wird. Und manche Lösung wird sich im Alltag als unpraktisch herausstellen. Falls der Konflikt fortbesteht, muss die Angelegenheit neu verhandelt werden. Diese Regeln sind leicht verständlich und hören sich sehr einfach an. Die Kunst liegt darin, sie im Ernstfall auch umzusetzen.

Die 10. Lösung wird sich im Alltag als unpraktisch herausstellen. Falls der Konflikt fortbesteht, muss die Angelegenheit neu verhandelt werden. Diese Regeln sind leicht verständlich und hören sich sehr einfach an. Die Kunst liegt darin, sie im Ernstfall auch umzusetzen.


Viel Spaß beim Umsetzen. 

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Herzliche Grüße

Uwe Trevisan

Themen: Streit